Die Region Regensburg

 
Die Stadt Regensburg, der Landkreis Regensburg und die Städte, Märkte und Gemeinden in der Region stellen sich gemeinsam der Aufgabe einer nachhaltigen Daseinsvorsorge. Ihr kooperatives Handeln orientieren sie an 5 Grundprinzipien:

Die Lebensqualität erhalten!
Wir haben uns an einen hohen und stetig steigenden Lebensstandard gewöhnt und wollen diesen auch nicht aufgeben. Lebensqualität ist dabei nicht mit finanziellem Reichtum gleichzusetzen. Wir setzen auf allen Gestaltungsebenen auch auf andere Faktoren des guten Lebens: Gemeinschaftssinn, Teilhabe und Zusammenhalt.

Den Strukturwandel meistern!
Die Wirtschaft in Deutschland und Europa steht vor großen Herausforderungen und wird sich in den nächsten Jahren stark verändern. Auch die Unternehmen in der Region müssen mit diesem Wandel umgehen, indem sie lernen, ihn selbst zu gestalten. Wir alle wollen dabei mithelfen, dass (uns) der gewohnte Wohlstand erhalten bleibt.

Das Bevölkerungswachstum mitgestalten!
Wir freuen uns, dass immer mehr Menschen in unserer lebens- und liebenswerten Region leben wollen, erkennen aber auch die dadurch entstehenden Herausforderungen. Wir werden den Anstieg der Bevölkerung durch kooperative Kommunal- und Regionalplanung und durch leistungsfähige Infrastrukturen begleiten und steuern.

Dem Klimawandel begegnen!
Dem Klimawandel begegnen wir schon jetzt und er wird uns immer mehr und stärker herausfordern. Damit müssen wir lernen umzugehen und wir wollen uns vorbereiten. Wir wollen aber auch nicht nachlassen, mit geeigneten Maßnahmen im Klimaschutz dem weiteren Fortschreiten des Klimawandels entgegenzuwirken.

Mit Ressourcen haushalten!
Wir sind gesegnet mit natürlichen und menschengemachten Ressourcen. Sie sichern unseren Lebensstandard und sind deshalb allesamt zu schützen und zu erhalten. Unsere personellen und finanziellen Ressourcen wollen wir gemeinsam zum Wohle der Region optimal einsetzen.
 
Unter dem Motto „miteinander mehr erreichen" haben sich die kommunalen Partner zusammen mit der Bevölkerung sowie Expertinnen und Experten in der Region ein Bild davon gemacht, wie ihre Region in einer Zeit um 2030 und danach aussehen sollte. Sie haben dafür 15 Handlungsfelder identifiziert, betrachtet und sich auf konkrete Leitprojekte verständigt, mit denen sie gemeinsam die Arbeit daran aufnehmen wollen.
 
14 Leitprojekte konkretisieren das unter Handlungsfelder des Entwicklungskonzepts dargestellte „Zukunftsbild" und die dort formulierten Handlungsmaximen. In diesem Sinne „leiten" sie den Weg dorthin. Sie sollen hohen Nutzen gleichermaßen für die Stadt, den Landkreis und die Gemeinden in der Region schaffen.



Die ausgewählten Leitprojekte sollen …
  • in den kommenden 3 bis 5 Jahren umgesetzt bzw. begonnen werden
  • Relevanz und eine gewisse Dringlichkeit für die Entwicklung in der Region haben
  • den Stellenwert bestimmter Vorgehensweisen in der gesamten Region hervorheben
  • in besonderem Maße die Zusammenarbeit der regionsübergreifenden (Verwaltungs-)Akteure erfordern
  • Signalwirkung für Politik und Bürgerschaft haben
  • möglichst alle Handlungsbereiche abdecken
  • möglichst viele Gruppen in der Region betreffen bzw. einbinden
  • geeignet sein, weitere Projekte darauf aufzubauen
  • öffentlichkeitswirksam sein.
Für die Umsetzung der Leitprojekte wurde sich darauf geeinigt, dass gerade im ersten Jahr der Umsetzung ein stringenter Zeitplan einzuhalten ist:
  • Erste Arbeitsschritte und konkrete Projektstrukturen sollen mit den Projektpaten, Co-Paten und sonstigen für die Umsetzung relevanten Akteuren diskutiert und weiterentwickelt werden.
  • Zum gleichen Zeitpunkt soll mit der öffentlichkeitswirksamen Umsetzung des Leitprojekts „Entwicklung und Einführung einer digitalen Agora zur Umsetzung des regionalen Entwicklungskonzepts" gestartet werden, um der Bürgerschaft die Möglichkeit zu bieten, sich aktiv und rechtzeitig an allen Leitprojekten des Regionalen Entwicklungskonzeptes zu beteiligen.
  • Es sollen erste Ergebnisse der Leitprojekte im Herbst 2022 vorgestellt und diskutiert werden, sodass insbesondere Erfolge der Zusammenarbeit und Erkenntnisse für die weitere Umsetzung für alle Beteiligten sichtbar werden.
 
Vorgeschichte und Prozessablauf

Um die Zusammenarbeit von Landkreis und Stadt hinsichtlich der Weiterentwicklung der Region auszubauen und die jeweiligen Planungsinstrumente aufeinander abzustimmen, regte die ARGE Lebens- und Wirtschaftsraum Regensburg in ihrer Sitzung vom 14. November 2018 eine gemeinsame Vorgehensweise an. Gremien von Stadt und Landkreis Regensburg beschlossen die Erarbeitung eines Entwicklungskonzepts, gefördert durch das Bayerische Staatministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie im Rahmen des Regionalmanagements. Im November 2019 erhielt das Büro B.A.U.M. Consult den Auftrag für Konzeption und Durchführung des Prozesses sowie die Ausarbeitung des Entwicklungskonzepts.

Bereits im Januar 2020 startete das Vorhaben mit der so genannten Auftraggeber-Werkstatt am 5. Februar 2020, an der etwa 40 politische Vertreterinnen und Vertreter der Region mitgewirkt haben. Mit den im Frühjahr 2020 neu gewählten Kommunalvertreterinnen und -vertretern wurden die Ergebnisse der ersten Werkstatt vertieft. Nach einer durch Corona-Pandemie verursachten Pause wurde der Prozess am 15. Januar 2021 mit einer zweiten Werkstatt, diesmal als Onlinekonferenz, neu gestartet. Die im Auftraggeber-Workshop identifizierten Inhalte wurden in zwei digitalen Beteiligungsphasen über die Beteiligungsplattform www.RegionRegensburg.de von der Bürgerschaft bewertet und ergänzt. Um eine möglichst breite Mitwirkung und Akzeptanz der Bürgerschaft zu ermöglichen, wurden die wenigen corona-konform durchführbaren Veranstaltungen dazu genutzt, aktiv auf die laufende digitale Beteiligung aufmerksam zu machen.

Der Dreiklang aus Vision, Leitlinien und Projekten, der in der zweiten digitalen Beteiligungsphase erarbeitet wurde, wurde im nächsten Schritt mit Expertinnen und Experten aus der gesamten Region in vier Expertenwerkstätten weiterentwickelt und konkretisiert.

Der erste Entwurf des Entwicklungskonzeptes wurde im Herbst 2021 in vier Schritten hinsichtlich Relevanz und Mitwirkungsbereitschaft durch alle Gemeinden der Region bewertet. Im Rahmen einer abschließenden Präsentation und Diskussion der Leitprojekte am 13. Januar 2022 erklärten die Gemeinden ihre individuelle Mitwirkungsbereitschaft an den einzelnen Projekten.